Frisch geröstete Kaffeebohnen von Cycle Roasters – bald im Regal: Ombligon aus Kolumbien

Ombligon: Die seltene Varietät aus Kolumbien – und warum sie jetzt bei uns im Regal steht

Es ist so weit: Ab heute steht ein neuer Kaffee bei uns im Regal – und zwar einer, auf den wir richtig stolz sind: ein Ombligon von der Finca Anaya aus Kolumbien, als kleines Micro-Lot im 250g-Format. Wer die Varietät kennt, weiß, warum wir zugegriffen haben. Wer nicht: Hier kommt alles, was du über eine der spannendsten Kaffee-Varietäten der letzten Jahre wissen musst.

Was ist Ombligon überhaupt?

Ombligon ist eine seltene Arabica-Varietät aus Kolumbien, die tatsächlich fast ausschließlich in der Region Huila im Südwesten des Landes wächst – einer der Wiegen des kolumbianischen Specialty Coffee. Der Name kommt vom spanischen ombligo, also „Nabel": Bohnen und Kirschen haben eine charakteristische Form mit einer kleinen, nabelartigen Ausprägung, an der man die Varietät sofort erkennt.

Eine Varietät mit Geheimnis

Das Spannende: Niemand weiß genau, wo Ombligon herkommt. Die genetische Herkunft ist bis heute nicht abschließend geklärt. Vieles spricht dafür, dass es sich um eine Verwandte äthiopischer Varietäten handelt, die gleichzeitig Eigenschaften kolumbianischer Varietäten wie Caturra zeigt. Eines steht fest: Nicht nur der hohe Ertrag dieser Pflanze begeistert immer mehr Produzent:innen, sondern auch das geschmackliche und aromatische Potential, das hier schlummert.

Warum reden gerade alle darüber?

In der Specialty-Szene hat Ombligon in den letzten Jahren einen steilen Aufstieg hingelegt. Spätestens seit ein Ombligon bei der World Barista Championship 2023 in Athen aufs Podium gebrüht wurde, gilt die Varietät als eine der aufregendsten überhaupt – Top-Produzenten in Huila experimentieren intensiv mit ihr und erzielen mit ihren Lots regelmäßig Spitzenpreise.

Unser Lot: Finca Anaya, Acevedo

Unser Ombligon kommt von der Finca Anaya im Herzen Acevedos, die seit mittlerweile 30 Jahren von der Familie Gomez betrieben wird. Auf der Farm wird nicht nur Kaffee angebaut, sondern auch viel Bambus und viele Früchte, welche die Biodiversität positiv unterstützen. Als jüngster Spross seiner Familie hat Produzent Sergio Dario Aranda Gomez dennoch schon 15 Jahre Erfahrung mit Specialty Coffee gesammelt. Mittlerweile konzentriert er sich auf innovative Fermentation und besonders aufmerksame Lot-Separierung, um sicherzugehen, dass der Kaffee die Identität seiner Varietät behält, aber auch sein Terroir mit Klarheit zeigen kann.

Die Aufbereitung: Extended Dual Fermentation mit Hefe-Inoculation

Grundlegend ist dieser Kaffee als gewaschener Kaffee aufbereitet, allerdings mit ein paar kleinen, aber entscheidenden Unterschieden. Der Kaffee wird sorgfältig und nur besonders reif manuell geerntet, um dann im Floating nach Dichte sortiert und desinfiziert zu werden. Die erste Fermentierung findet in der Kirsche und trocken in Plastiktanks statt und hält circa 24 Stunden, um die Mikroorganismen zu aktivieren und tropische Fruchtaromen zu bilden.

Im Anschluss wird der Kaffee entpulpt und erneut im Parchment und der Mucilage (Pektinschicht) für 48 Stunden fermentiert, um Struktur und aromatische Klarheit zu verfeinern. Dann kommt die Hefe ins Spiel: Sie wird mit einer vorfermentierten Frucht- und Mosto-Mischung (Saft der Kaffeekirsche) vermengt, die als Starter für eine weitere Stufe der Fermentation fungiert. Hierbei wird der Kaffee in der Flüssigkeit untergetaucht und auf 38 Grad erhitzt, während ständig pH-Wert, Brix und weitere Marker der Fermentation gemessen werden.

Im finalen Schritt wird der Kaffee langsam bei 20 Grad Wassertemperatur gewaschen, um die Pektinschicht zu entfernen, und danach getrocknet. Zum Schluss ruht der Kaffee im Parchment, um ihn zu stabilisieren.

Wie schmeckt unser Ombligon?

So komplex, so fruchtig und gleichzeitig mit tollen Kräuteraromen hatten wir selten einen Kaffee im Programm. Im Aroma zeigt sich der Kaffee frisch und kräuterig mit tropischen Noten. Im Geschmack von seiner saftigen Seite: tolle Ananas- und Mango-Noten, geschichtet mit herbalen Rosmarin-Noten und einer einzigartigen Zitrusfrische. Wir haben den Kaffee absichtlich etwas leichter geröstet, um ihm nicht mit Röstaromen und zu viel Entwicklung die Säure zu nehmen, die ihn so spannend macht. Trinkt den Kaffee mit Ruhe und lasst euch Zeit zwischen den einzelnen Brühungen – so ein Kaffee verändert sich wirklich von Woche zu Woche.

Warum nur 250g?

Micro-Lots wie dieses gibt es nicht in rauen Mengen – und ehrlich gesagt gehört so ein Kaffee auch nicht in die 1kg-Tüte neben die Maschine. Das kleine Format heißt: frisch aufgemacht, bewusst gebrüht, auf dem Höhepunkt getrunken. Ein Kaffee für die besonderen Momente – und ein genialer Begleiter, um langsam den Herbst einzuläuten, während wir noch von der Sommersonne zehren.

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Der FINCA ANAYA ist in streng limitierter Menge erhältlich: Hier geht's zum Ombligon der Finca Anaya (250g, 18,50 €). Alle Zubereitungsrezepte findest du wie immer auf unserer Rezepte-Seite, und auf Instagram nehmen wir euch mit hinter die Kulissen der Röstung.


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